Kurzkritiken - Kurzmeldungen (2005 und 2006)

Hinweis
Auf dieser Seite werden vor allem kurze Anschreiben von NDR-Kultur-Hörern an die Initiative Das GANZE Werk veröffentlicht, um die kleinen Meldungen und Kritiken zwischendurch schnell bekannt machen zu können.
Die Auswahl ist nicht systematisch.
Die Texte dieser Seite sind chronologisch sortiert und werden normalerweise auf den Seiten "Aktuelles" und "Neue Seiten" nicht vorgestellt.
Die Texte geben die Meinung der jeweiligen Verfasser und nicht unbedingt die der Redaktion von www.dasganzewerk.de wieder.
Von Fall zu Fall werden auch kleine Beobachtungen und Nachrichten zu NDR Kultur gebracht, die auf den anderen Seiten ein zu großes Gewicht bekommen würden, die aber nicht übergangen werden sollen.

NDR Kultur, 12. Juni 2006, Moderation, 6.55 bis 7.25 Uhr

Tagesbegleitung nach Art des Hauses (= NDR Kultur) - Staunen ohne Ende
Der Moderator um 6.55 Uhr: „Montag Morgen, der erste Tag einer neuen Arbeitswoche. Da ist es heute ja berechtigt, in den Tag hereinzustolpern. Hören Sie von Joseph Haydn ‚La Zoppa‘, das ist ein hinkender Tanz.“
Zoppa ist laut Lexicon Folkmusik.ch ein „Italienischer Tanz im 6/8 Takt und synkopisiertem Rhythmus am Taktbeginn.“, in Haydns 58. Sinfonie ist es ein „Menuet alla Zoppa. Un poco Allegretto (3. Satz)“. Sind Sie schon einmal im Sechser- oder Dreier-Takt mit regelmäßiger Synkope gestolpert? Üben Sie es doch bitte am Montag Morgen.

Der Moderator um 7.25 Uhr: „Am Montag Morgen zeigen sich die aufgetürmten Aufgaben der neuen Woche. Viel schöner ist es, wenn Sie sich für die neue Woche entscheiden:
Ja, ich will sie!“
Musik: Hochzeitsmarsch, aus dem „Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn.
Über diesen Missbrauch eines Hochzeitsfestes oder der Musik Mendelssohns kann man nur staunen. Unkultur.
Der Hörer erinnert sich, an einem anderen Morgen dieses „Ja, ich will sie!“ schon einmal gehört zu haben, und zwar aus dem Munde einer Moderatorin. Stammt dieser flachsinnige Bezug von einer Datensatz-Notiz der „Hochzeitsmarsch“-Tondatei im Sender oder animieren die Programmverantwortlichen einen Texter im Hintergrund zu solchen Glanzleistungen?
Zitate sinngemäß von einem Hörer, der im Osten von Hamburg beschäftigt ist.

NDR Kultur, 8. Juni 2006, Moderation, 15 Uhr

Kettenreaktion nach Pfingsten
NDR Kultur enttarnte Komponisten
Es muss wohl das Pfingstfest nachgewirkt haben, als am Dienstag, 6. Juni, ein Geist den Moderator beflügelte, inspirierte, wenn nicht gar verzauberte. Denn einmal beim Sinnieren über den Charme angelangt, wurde der im 18. Jahrhundert zwischen Venedig und St. Petersburg wirkende und außerordentlich geschätzte Komponist Baldassare Galuppi als „Charmeur“ charakterisiert. In einer Art Kettenreaktion wurden anschließend vorangekündigte Komponisten als „Charmeure“ enttarnt - Joseph Haydn, Johann Sebastian Bach und als letzter „Charmeur“: Peter Tschaikowsky.
Da müssen selbst studierte Musiker umdenken. Oder sollten sie zusammen mit hauseigenen Gebildeten die NDR-Qualitätskommission bitten, diesen wuchernden Moderationsstil zu entzaubern oder besser noch ganz abzustellen?
Ein Hörerpaar zwischen Celle und Hannover

NDR Kultur, 31. Mai 2006, „Klassisch unterwegs“

Populäres auf NDR Kultur. Stilblüte: „der Spezialist für wunderbar schmachtenden Geigenton“
„Hier ist NDR Kultur. Es ist 18 Uhr 7. Und hier bei uns jetzt der Spezialist für wunderbar schmachtenden Geigenton, hier ist der Geiger Gil Shaham mit dem New York Philharmonic Orchestra und der Legende für Violine in g-moll von Henri Wieniawski.“

NDR Kultur, 25. Mai 2006

Vater und Mutter - Kalauer und Werbung
Am Donnerstag, 25.5.2006, um ca. 6.10 Uhr „wurde sinngemäß gesagt: Heute ist ein Feiertag, der Himmelfahrtstag, von manchen in den letzten Jahren auch als Vatertag bezeichnet. Trotzdem spricht wohl nichts dagegen, wenn wir jetzt ein Stück hören, gespielt von Anne-Sophie Mutter., so die Meldung eines Hörers. Es folgte ein Satz aus einem Violinkonzert von Mozart.
Was sind schon die Musiklisten von NDR Kultur wert? Angekündigt war: „Wolfgang Amadeus Mozart: 1. Satz aus dem Violinkonzert D-dur KV 218 / Maxim Vengerov, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunk, Ltg.: Lorin Maazel“.
Und nun am Vatertag doch: Mutter. Wer hat angeordnet, dass die Vengerow-Aufnahme durch die Mutter-Einspielung ersetzt wird, die recht neu auf dem Markt ist? (Schauen Sie sich dazu unseren Artikel „NDR Kultur im Dienste von Platten-Profis?“ an.)
Und warum? Um den vordergründigen Vater-Mutter-Kalauer anzubringen oder um die neue CD-Einspielung zu bewerben?
Wir tippen auf beides: Einmalig, ausdrucksstark, unvergesslich... Ein Werbetrick. Und ein tief(sinnig)er Kulturfall.

NDR Kultur, 16. April 2006, Moderation: Ein Superst aller Zeiten

Ein Hörer meldet uns von seiner Autofahrt nach Hannover, dass Philipp Cavert um 17.55 Uhr auf eine nachfolgende Sendung mit folgenden Worten hinwies:
„Eine der außergewöhnlichsten Musikerkarrieren aller Zeiten:“ ???
Rätsel: Wer ist ??? Wer fällt Ihnen dazu ein?
Die Auflösung steht am Ende unserer aktuellen und beispielhaften Diagnose der Superlativ-Grippe auf NDR Kultur. Außerdem ein Zitat von Michael Gielen, „das Gehirn (zu) bemühen“.
Kommentar des Autofahrers: „Es wird allerhöchste Zeit, dass ein Impfstoff gegen die im Hamburger Funkhaus grassierende Superlativ-Grippe entwickelt wird.“

NDR Kultur bzw. Das GANZE Werk, 10. März 2006: Eine faustdicke Unwahrheit

Wenn der Vater zum Bruder erklärt wird, ist der Bildungsauftrag aufgegeben! Heute um ca. 17.15 Uhr - zwei Hörer haben es uns gerade berichtet - wurde von NDR Kultur folgende Unwahrheit aufgetischt (sinngemäß):
Moderator Mischa Kreiskott: Alessandro und Domenico Scarlatti lebten als Brüder friedlich zusammen. Das ging aber nicht lange gut, nach einem Streit ging Domenico nach Lissabon. Domenico war Komponist von Cembalo-Sonaten, Alessandro von Opern und Konzerten. Deshalb hören Sie jetzt von Alessandro das Concerto grosso...
Die Fehler, die auf NDR Kultur verbreitet werden, sind kaum noch zu überbieten.
Alessandro Scarlatti (1660 - 1725) war der Vater von Domenico (1685 - 1757).

Der Vater wirkte abwechselnd in Rom und Neapel. Ab 1703 war er zum Beispiel in Rom, 1708 berief ihn der neue Vizekönig nach Neapel, 1717 kehrte er nach Rom zurück.Sein Sohn studierte von 1705 bis 1708 in Venedig, wirkte anschließend in Rom - ab 1714 als Kapellmeister des portigiesischen Botschafters - und wechselte 1720 direkt an den königlichen Hof nach Lissabon.
Beide lebten also seit 1705 nur drei Jahre lang in der gleichen Stadt - von 1717 bis 1720 in Rom. Natürlich haben Alessandro und Domenico auch Werke anderer Gattungen komponiert als vom Moderator genannt.
Peinlich ist für NDR Kultur übrigens, dass der Sender die vielen Cembalo-Sonaten von Domenico Scarlatti so gut wie immer von einem Klavier spielen lässt.
Wer schützt die Hörer vor Unwahrheiten eines Senders, der sich als „Der Klassiker“ versteht?

02.10.2005

Hören, ist eine Kunst. Zum Beispiel das Hören von Dingen, die wir eigentlich gar nicht mehr wahrnehmen. (Die Zimmeruhr tickt.) Manchmal muss man regelrecht suchen, um etwas zu erhören. (Geräusche vom Nachbarzimmer) Alles hören? (Straßengeräusch bei geöffnetem Fenster. Unsere Person schließt das Fenster.) Muss man aber auch nicht. (Die Person öffnet die Eingangstür zum Treppenhaus.) Stille? Kann man auch hören. Aber manchmal höre ich einfach nur, was ich hören will. Ich höre NDR Kultur. (Die Person schaltet das Radio ein.)
Aus dem Radio: NDR Kultur. (Jingle) Der Klassiker. (Unsere Person ist total entspannt.)
Dauer: 50 Sekunden

29.09.2005

NDR-Kultur-Eigenwerbung offensiv
Es ist 15.50 Uhr. Ein Gewitter zieht über den Hamburger Rothenbaum hinweg.

Moderatorin M.B.:
„Wenn ich jetzt zum Fenster hinaussehe, dann sehe ich gar nichts mehr.
Aber zum Glück gibt es ja...
NDR-Akustik aus dem Hintergrund: Jingle. „NDR Kultur - der Klassiker.“
Liebe Marina Braun, Glückwunsch zu diesem Einfall, der den Zusammenhang zwischen redaktioneller Eigenleistung und NDR-Eigenwerbung so blendend unter Beweis stellt! Oder haben Sie einen Vorschreiber, eine Vorschreiberin?

22.09.2005

... die fürchterlich primitive Eigenwerbung im Rundfunk (N 3 und N 1 - Niedersachsen)
Sehr geehrter Herr Clostermann,
die nachfolgende Leserzuschrift Zwangsabgabe an ARD und ZDF fand ich gestern in der FAZ und spricht mir aus der Seele. Die GEZ-Gebühren stehen in keinem Verhältnis mehr zu dem was uns Rundfunk und Fernsehen alles bieten. Warum muss die Tagesschau z.B. um 20.00 Uhr zur selben Zeit in den 3. Programmen laufen, abgesehen von B III? Man hat also fast keine Chance um 20.00 Uhr etwas anderes zu sehen als Nachrichten.
Und über die fürchterlich primitive Eigenwerbung im Rundfunk (N 3 und und N 1 - Niedersachsen) ganz zu schweigen. Es ist wirklich schlimm was uns hier geboten wird, und wir als Zuschauer/Hörer haben keine Chance auszusteigen.
Mit freundlichen Grüßen
gez. hr / Kreis Celle
Lesen Sie auch die Kurzrezension zu: „Nie wieder Rundfunkgebühren“ von Bernd Höcker

21.07.2005

BELLETIRILI - Am Morgen vorgelesen. E-Mail einer Hörerin aus Norderstedt
Eine mich schon seit dem vergangenen Jahr „unterschwellig“ bedrückende Ahnung wird heute wieder aktuell für mich: NDR Kultur beginnt mit einer neuen Lesereihe. Margriet de Moor, DER VIRTUOSE, 12 Folgen, gelesen von A.-M. Fitzi. Diese Lesung folgt auf eine 24teilige EFFI BRIEST Lesung, der 27 Folgen von John Updikes SUCHT MEIN ANGESICHT vorausgingen. Vor Updike präsentierte NDR Kultur 5 (!) Folgen mit Gedichten und Balladen von Friedrich Schiller.
Diese Mischung aus leichter Literatur und großen Werken macht mir zu schaffen. Ich befürchte, daß die NDR-Reform nun auch „Das kulturelle Wort“ erfaßt. Zählt man die Lesungen zusammen, so sind Updike und Moor Schiller und Fontane mit 10 Lesungen voraus. Eine Tendenz, die sich im vergangenen Jahr anbahnte, wird immer deutlicher: Analog zum Tagesmusikprogramm wird in der beliebten Lesereihe bald BELLETIRILI überwiegen. Das ist meine Befürchtung und ich frage mich, ob andere Hörer sie wohl teilen. Was die nächsten 11 Tage mit DER VIRTUOSE angeht, werde ich mich wahrscheinlich verhalten, wie es Frau Mirow gefällt.
Betont sie nicht stets gebetsmühlenhaft, das moderne Kulturradio sei kein Einschaltradio?

13.07.2005

Kartenverlosungen für die „Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“ fest im Plan? Das scheint ja System zu haben: Heute, genau eine nach der Verlosung von Eintrittskarten für ein Konzert in Stralsund im Rahmen der „Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“, gibt es wieder eine Verlosung auf NDR Kultur für ein Konzert im Rahmen der „Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“. Um 11.10 Uhr - eine Stunde später als vor einer Woche - verkündet der Moderator stolz „Wir bieten Ihnen...“ - Eintrittskarten für ein Konzert mit Tangoklängen und David Geringas. Die Aktion findet offensichtlich nach einem vereinbarten Plan statt. Nicht nach Plan verläuft aber die Verlosung. Entweder ist die Frage nach dem Tangoland in Nordeuropa so schwer oder das Interesse der Hörer an der Verlosung so gering. Um 11.18 Uhr, nach dem nächsten Musiksatz, sind die Karten noch nicht verlost, kommt ein zusätzlicher Aufruf. Erst um 11.24 Uhr gibt es grünes Licht und wird „Finnland“ verraten. Vielleicht war es auch nur ein Werbegag, um die Veranstaltung ein drittes Mal...? Nun gibt es aber schon wieder einen Plan: die Vorankündigung für die Reportage um halb zwölf ist jetzt ebenfalls dran. Nicht nur wegen der Hitze muss man als Moderator einer durchformatierten Sendung ganz schön ins Schwitzen kommen. Das wäre aber alles gar nicht nötig, wenn...

10.07.2005

„Concerto“ mal wieder in fremden Gefilden
„Concerto“ war bei NDR 3 und Radio 3 die Sendung für die Freunde und Liebhaber der Alten Musik. Heute heißt es nur noch: „NDR Kultur Concerto sorgt für die sonntägliche Stimmung mit Musik aus dem Barock und der frühen Klassik.“ Zwischen 13 und 14 Uhr hören wir unter anderem:
Glinka, Michail (1804 - 1857)
Ruslan und Ludmila (Oper, 1842), daraus: Coda (3. Akt)...
Sullivan, Arthur (1842 - 1900
Suite aus „The Tempest“ (Schauspiel, Bühnenmusik, 1861/64), daraus: Dance of Nymphs and Reapers (Nr. 10)...
Giménez, Gerónimo (1854-1923)
Los borrachos (1899), daraus: Preludio...
Für die drei Stücke weit jenseits der frühen Klassik müssen Luigi Boccherini (1743 - 1805) und Georg Matthias Monn (1717-1750) weichen, die in der früheren Tagesplanung angekündigt worden waren.
Es ist also ein absichtlicher Eingriff in die Planung. Entweder haben die Programmmacher von NDR Kultur keine Sachkenntnis über die Biographien der Komponisten (was nicht anzunehmen ist) oder sie kennen ihre eigenen Prinzipien und Veröffentlichungen nicht (auch unwahrscheinlich) oder sie nehmen sie nicht ernst. Egal was, nichts erhöht die Glaubwürdigkeit in den Sender.

17.06.2005

Geplante Hörfreude ... mit NDR Kultur - Einsicht oder Ausnahme?
07.25 Uhr - Moderator: Die Ouvertüre zur Oper "Die verkaufte Braut" von Friedrich Smetana um 07 Uhr 25 hier auf NDR Kultur.
Vielleicht geht es Ihnen ja auch so: wenn man eines der vielen interessanten Konzerte des Festspielsommers bei uns im Norden besucht, dann sieht man den NDR- Ü-Wagen vor der Tür und die Mikrofone im Saal und weiß, aha, hier schneidet NDR Kultur mit. Und irgendwann hat man zu Hause den doppelten Musikgenuss und kann schöne Konzerte noch einmal bei uns nachhören. Damit Sie da nun nichts verpassen, haben wir die Sendedaten des Festspielsommers auf NDR Kultur in einer kostenlosen Broschüre zusammengefasst, die können Sie bei uns anfordern unter der
Service-Nummer 01805 - 11 77 57, der Anruf zu 12 Cent pro Minute, 01805 - 11 77 57, und dann gibt's für Sie geplante Hörfreude in Sachen Musiksommer mit NDR Kultur.    Mehr Beiträge von NDR Kultur am 17. Juni 2005

15.06.2005

Wohl gesetzte Worte zum Geburtstag des GANZEN Werkes
Lieber Herr Clostermann,
aus dem gar nicht so fernen Dänemark (Urlaub!) darf ich Ihnen zu Ihren Erfolgen, zu Ihrer Hartnäckigkeit und zu Ihren grundsoliden Standpunkten, Ihrer konsequenten Arbeit von ganzem Herzen gratulieren. Gern sind wir weiter an Ihrer Seite, wo immer wir der Sache nutzen können: dem öffentlich rechtlichen Rundfunk dabei nachdrücklich behilflich zu sein, seine Existenzberechtigung zu behalten.
Beste Grüße aus Sonderho
T.G.

12.06.2005

Concerto, einst Sendeplatz für Musikliebhaber der Alten Musik,
jetzt Tummelplatz störender redaktioneller Werbung

12.30 Uhr Nach einem Satz aus einem Telemann-Konzert wird unvermittelt folgende Informations-Perlenkette dargeboten: Lesung am Vortag im Schloss von Schwerin, Neuauflage der Lesung während der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Lesung eines bekannteren Schauspielers während der Festspiele, weitere Informationen auf einer Homepage. NDR Kultur ist selbstverständlich Medienpartner des Festivals.
12.50 Uhr Die letzten und die nächsten Konzert-Stationen des Freiburger Barockorchesters und die Namen einiger Komponisten auf diesen Konzerten werden vorgelesen, so schnell, dass sich das niemand merken kann. Und dann kommt die Musik-Ansage, minimal knapp: "Wir hören das Freiburger Barockorchester mit Mozart." Es ist nicht auszuschließen, dass das Orchester in nächster Zeit mit einem Konzert beim NDR präsent sein wird. Richtig: Am 7. Oktober tritt das Freiburger Barockorchester unter Leitung von Trevor Pinnock in der Reihe "Das Alte Werk" im Großen Saal der Laeiszhalle (Musikhalle) auf... Das übernächste Konzert der Reihe, die Werbung hat schon begonnen, Karten sind im NDR Shop zu haben. Dafür wird der aktuell an der gesendeten Musik Interessierte mit einer Magerinformation abgetan.
13.10 Uhr Radio-Tipp für eine Sendung auf NDR Kultur am Vorabend, also NDR-Eigenwerbung,...
Bei so viel regelmäßig eingewobener Werbung kann ja kein vernünftiges Musikprogramm entstehen.

09.06.2005

Ohne Kommentar: "Klassik auf Wunsch"
NDR Kultur - Service - Musikwunsch
Gibt es ein klassisches Musikstück, das Ihnen besonders gefällt, das Sie gerne hören möchten, mit dem Sie Erinnerungen verbinden? Wir erfüllen Ihre Musikwünsche in der Sendung "Klassik auf Wunsch" (sonnabends von 9.05 bis 12.00 Uhr). Schreiben Sie uns eine mail oder rufen Sie an unter (040) 416 10!
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Sehr geehrte Damen und Herren!
Könnten Sie folgendes Stück/folgende Aufnahme für mich spielen?

Heinrich Scheidemann (ca. 1595-1663), Choralfantasie "Jesus Christus unser Heiland", für Orgel, in der Aufnahme mit Pieter van Dijk an der Van Hagerbeer/Schnitger-Orgel St. Laurens in Alkmaar (NL); NAXOS-CD, Nr. 8.554202, Track Nr. 9

Mit freundlichen Grüßen,
H. D.
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Sehr geehrter Herr D.,
vielen Dank für Ihre e-mail, die uns zuständigkeitshalber zugeschickt wurde.
Leider können wir Ihren Musikwunsch nicht erfüllen. Wir senden keine Orgelmusik im Tagesprogramm, auch nicht in der Sendung "Klassik auf Wunsch" und bitten um Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen
L. B., NDR Kultur, Tel. 040 / 4156-2801

08.06.2005

"Klassisch in den Tag", 6.05 - 8.30 Uhr
Nach dem Festmarsch für kleines Orchester von Jean Sibelius, gespielt vom Sinfonieorchester Göteborg unter der Leitung von Neeme Järvi teilt uns der Moderator fröhlich mit:
In Finnland feiert man die Feste, wie sie fallen,
Sie hörten den Festmarsch usw.

Danke, das war's.

21.05.2005

Wolfgang Knauer wie gewohnt kompetent
Sehr geehrter Herr Clostermann,
(...) gefreut habe ich mich, endlich einmal wieder, und wie gewohnt kompetent, von Wolfgang Knauer zu hören.
Ihr F.K.
F.K. aus Süderstapel zum Rundschreiben der Initiative

18.05.2005

NDR Kultur links liegen lassen
Meine Empfehlung:
NDR Kultur links liegen zu lassen und statt dessen die wesentlich besseren Programme der folgenden, u.a. in der HörZu abgedruckten, Sender zu hören:
Bayern 4 Klassik
WDR 3
HR Klassik und HR 2
MDR Figaro
DeutschlandradioKultur
SWR 2
und (gelegentlich) den Deutschlandfunk.
Mit freundlichen Grüßen
R.B. aus Hamburg

16.05.2005

Langjährige sachverständige Hörer klassischer Musiksendungen werden vergrault
Durch die Sendung nur einzelner Sätze werden die musikalischen Werke auseinander gerissen und zu einem kulturlosen musikalischen Durcheinander erniedrigt. Damit können vielleicht Hörer des kulturlosen "Klassik-Radio" abgeworben werden. Die langjährigen sachverständigen Hörer klassischer Musiksendungen werden jedoch vergrault und gehen dem NDR verloren.
H.D. aus Hamburg

13.05.2005

Nur in der norddeutschen Tiefstebene ist das Kulturprogramm so grottenhaft schlecht
Hallo, lieber Herr Clostermann,
unter südlicher Sonne lässt es sich prächtig leben. Vino, pizza und antipasti schmecken, dazu keine Häppchen-Kultur - ungestörter Genuss aus ganzen Werken, haben wir es hier gut!!
Ab Juni ist das Leiden wieder angesagt; mein Tipp, fliehen Sie in den Ferien irgendwohin, nur in der norddeutschen Tiefstebene ist das Kulturprogramm so grottenhaft schlecht. Viele Grüße aus Lugano,
H.J. aus Lugano

02.05.2005

Protestgedicht: Das hält doch kein Hörer auf Dauer aus
Kultur hat ein Programm
doch dem bin ich gram.
Ohrwürmer stundein, stundaus -
das hält doch kein Hörer auf Dauer aus.
Ein Zustand, der mir sehr mißfällt.
Drum herrscht jetzt Funkstille bei (Un-)Kulturwelt.
M.N. aus Börnsen

12.04.2005

Das arrogante Verhalten von Gräfin Kerssenbrock
Ich bin nicht bereit, für meine Rundfunkgebühren mir eine so niveaulose Kultursendung bieten zu lassen. Außerdem ist das arrogante Verhalten von Gräfin Kerssenbrock unerträglich und in keiner Weise akzeptabel!
J.G. aus Hamburg

08.04.2005

NDR Kultur wie eine Zeitung ohne Orthographie und Grammatik
Selbstverständlich hat der Rundfunk einen Bildungseinfluß, also auch -auftrag!
Was jetzt geschieht, ist Negativbildung, Entfernung von Bildung. Es entspricht der Zeitung ohne Orthographie und Grammatik.
Ehepaar K. aus Glinde

29.03.2005

Gegen Verstümmelung, flache Kommentare und hergesuchte Moderationen
Sehr geehrter Herr Clostermann,
wir danken Ihnen und allen Beteiligten vielmals, daß Sie den verärgerten Hörern von NDR Kultur - neuerdings NDR Unkultur - ein Forum bieten und sehr viel Engagement und Zeit darauf verwenden.
Auch wir ärgern uns tagtäglich über die neue Programmgestaltung unseres ehemals "Lieblingssenders" und stimmen allen vorgebrachten Argumenten zu, die auf den Seiten Ihrer Initiative im Internet gegen diese Verstümmelung, die zuweilen unerträglich flachen Kommentare und geistlosen, hergesuchten Moderationen nachzulesen sind.
Wir wünschen Ihnen weiterhin Kraft, unser gemeinsames Anliegen gegen die "Macher" beim NDR, die offensichtlich mehr vom angeblichen Zeitgeist - wer verkörpert den eigentlich? - denn von Kultur getragen werden, durchzusetzen, und hoffen mit Ihnen auf den Erfolg der Aktion.
Beste Grüße
Ehepaar R. aus Peine

25.03.2005

Muß der arme Herr Quasthoff wohl einschalten?
Im Augenblick errege ich mich über Anzeigen in unserer örtlichen NWZ - wie oft und wie lange muß der arme Herr Quasthoff wohl einschalten? (mit Belegausschnitt der Anzeige)
K.B. aus Oldenburg

01.03.2005

Die verbindenden Bemerkungen...
Sogenannte unterhaltsame, verbindende Bemerkungen sind sehr häufig lächerlich und "an den Haaren herbeigezogen".
W.S. aus Lübeck

25.02.2005

Keine Antwort auf meinen Protestbrief
Ich begrüße Ihre Initiative, weil sie meiner Kritik am "NDR-Kultur" genau entspricht. Vor ca. einem Jahr hatte ich einen Protestbrief an NDR Kultur geschrieben; eine Antwort habe ich nie erhalten.
Inzwischen stelle ich den Sender kaum noch an und zehre lieber von meinem eigenen Musikarchiv.
Mit freundlichen Grüßen
B.H. aus Wyk auf För

24.02.2005

Radiogrogramm ist sehr wohl Konzertsaal für Gebührenzahler "auf dem platten Land"
Ja, ich teile die Meinung der Initiative Das GANZE Werk.
Das Jingle "Der Klassiker" ist in seiner aufdringlichen Anlehnung an den Stil von Klassik-Radio nicht mehr zu ertragen. Die Beliebigkeit und Profillosigkeit der Programmgestaltung ist nicht mehr zu überbieten. Man sollte sich die Programmgestaltung des entsprechenden Senders des Bayerischen Rundfunks als Beispiel nehmen, da macht zuhören noch Spaß!
Nein, ich teile die Meinung der Verantwortlichen von NDR Kultur ausdrücklich nicht.
Diese realitätsfernen Bemerkungen sind ein Hohn für die Gebührenzahler "auf dem platten Land" - und im Sendegebiet gibt es große Gebiete davon -, die nicht das Glück haben, in der Nähe von/in Kulturzentren/Städten zu leben bzw. eine reiche CD-Sammlung zu besitzen! Ein Radiogrogramm ist sehr wohl ein Konzertsaal und soll nicht beliebig dudeln, sondern informieren und auch weiterbilden. Ansonsten ist es uninteressant.
G.B. aus Diepholz