Das Ganze Werk - Korrespondenz mit Hörern

E-Mail des WDR-Hörers an aus dem NDR-Sendegebiet, 10. März 2006

Technische Alternativen, um aus der NDR-Kultur-Monopol-Tiefe herauszukommen

Ein Bekannter brachte mich auf die Idee, über eine Satellitenanlage Radioprogramme zu empfangen, z.B. den guten Sender WDR 3

Wenn Ihre Leser endlich wieder solche Musik hören können, dann werden sie mit noch mehr Selbstbewusstsein von NDR Kultur das verlangen, was ihnen zusteht

Lieber Herr Clostermann,

seit geraumer Zeit verfolge ich den Einsatz der Initiative Das Ganze Werk für ein anspruchsvolleres Programm auf NDR Kultur.

Ich war früher ebenfalls ein begeisterter Hörer von NDR 3, später Radio 3. Die Musik, die Wortbeiträge - es gab Anregungen, sich mit angesprochenen Themen weiter zu beschäftigen, und die Musik war eben ein ungeteilter Ohrenschmaus.

Vor Jahren hatte ich mir eine Satellitenanlage für das Fernsehen zugelegt. Ein guter Bekannter, dem ich gegenüber mein Leid hinsichtlich Programm von NDR Kultur beklagte, brachte mich auf die Idee, über den Fernseher Radioprogramme zu empfangen.

Gesagt, getan. WDR 3 kannte ich von meinen Fahrten nach Südniedersachsen und Ostwestfalen, da war er im Wagen immer schon mein ständiger Begleiter. Jetzt konnte ich ihn hier empfangen, zwar über meinen Fernseher, aber das ist sekundär, ich hatte mir seinerzeit (war das damals schon Intuition?) ein hochwertiges Gerät mit entsprechenden Lautsprechern zugelegt.

Vormittags fast drei Stunden das KLASSIK FORUM, in gleicher Länge mittags WDR 3 AM MITTAG und am Nachmittag zwei Stunden die Sendung MUSIKPASSAGEN, hier wird die klassische Musik verantwortungsvoll und kenntnisreich zu Gehör gebracht.

Zu Ihrer Information sende ich Ihnen anbei aus der vom WDR herausgegebenen Programmzeitschrift auszugsweise einige Seiten zu, Sie können daraus ersehen, das ist wirklich ein Radioprogramm in seiner feinsten Form. Vergleichen Sie es doch bitte mit „Klassisch in den Morgen“, „Matinee“, „Klassik à la carte“ und „Klassikboulevard“ - immer wieder die gleichen Fragmente aus dem so umfangreichen Vermächtnis unser großen Meister.

Warum schreibe ich Ihnen dieses? NDR Kultur ist für mich Vergangenheit, ich habe meine „Rundfunkheimat“ ja gefunden. Ich will aber Ihren frustrierten Mitgliedern und Lesern Ihrer Homepage Hoffnung machen: vielleicht hat der eine oder andere auch eine Satellitenanlage und nutzt diese nur für TV, oder er steht vor der Überlegung, sich eine solche zuzulegen.

Es lohnt sich wirklich, ein lang entbehrter Genuss wird dann auch wieder Realität. Selbstverständlich lässt sich diese auch mit einer vorhandenen Hifi-Anlage verbinden, es müssen bloß die räumlichen Gegebenheiten vorhanden sein, z.Zt. leider bei mir noch nicht möglich.

Wenn Ihre Leser endlich wieder solche Musik hören können, dann werden sie mit noch mehr Selbstbewusstsein von NDR Kultur das verlangen, was ihnen zusteht.

Ihren Bemühungen wünsche ich weiterhin vollen Erfolg, die Zahlen in der gestrigen WELT sind anscheinend ein Indiz dafür, dass NDR Kultur Hörer verliert.

gez. an
ein WDR-Hörer aus dem NDR-Sendegebiet


DIE WELT, Feuilleton Hamburg, 9. März 2006 (nur Printausgabe)