Moderation auf NDR Kultur - Übersicht

Allgemeiner Hinweis:
Unsere Kritik gilt den Programmverantwortlichen und nicht den einzelnen Moderatoren.
Unsere Seiten der Reihe „Moderation: NDR Kultur“ gelten den Sendungen der 13 Stunden von 6 bis 19 Uhr, die dem Schema des „Begleitmediums“ (Wellenchefin Barbara Mirow) unterliegen, und ab und zu den Abendsendungen.
Die Moderatoren sind zwar Aushängeschilder des Senders, sie sind aber zugleich Abhängige des Sendeprinzips: Sie sind weder für die Auswahl der Musiksätze und der aktuellen Themen noch für die Produktionsbedingungen im Studio verantwortlich. Soweit wir wissen, „fahren“ die Moderatoren seit einiger Zeit die Sendungen allein - ohne Techniker - und werden die Moderationstexte entweder von den Moderatoren selbst oder von Dritten formuliert.
Wir werden nach und nach alle Moderationsbeispiele auf unserer Homepage zu NDR Kultur in der zeitlicher Reihenfolge ihres Vorkommens auf diese Seite bringen - die bisher veröffentlichten und viele weitere im Archiv. Auf neuen und auf überarbeiteten Seiten werden wir im Normalfall keine Namen von Moderatoren nennen.

NDR Kultur, 20. bis 27. September 2008, Drei Zyklen in acht Tagen

Widersinnige Darbietungen:
Der Musik fehlt die Luft zum Atmen, der Platz zum Wirken...

Neue Sendereihe auf NDR Kultur:
Das ganze Meisterwerk als Fortsetzungsmusik auf NDR Kultur

Zyklus Nr. 1: Beethovens 7. Sinfonie (20. bis 23. September 2008)
Satire und Dokumentationen (Plan und tatsächliche Sendung)
Aus der Satire: „Hören und genießen Sie, wie das sogenannte Wallfahrtsthema aus dem Trio des 3. Satzes, den wir morgen in der Matinee senden, in die langsame Einleitung des 1. Satzes der Matinee am Dienstag hinüberführt.“ - Von Theodor Clostermann
Zyklus Nr. 2: Mozarts Hornquintett Es-Dur, KV 407 (23. bis 27. September 2008)
Ein bisschen auf den Kopf gestellt. - Moderatorin: „Es ist Herbst, Grund genug für uns hier auf NDR Kultur, Ihnen ein paar musikalische Frühlingsgefühle zu bescheren.“
Dokumentation
Zyklus Nr. 3: Beethovens 1. Sinfonie (24. bis 27. September 2008)
Am Mittwoch: Satz 1 come introduzione, am späten Sonnabend: Satz 2, das Andante, in funzione d'un Finale - Wie im Kulturbericht: „Darüber kann man weinen und lachen“
Die Musik ertrinkt in Werbeaktivitäten - Kritik eines Hörers aus Mecklenburg-Vorpommern - Dokumentation

NDR Kultur, 22. September 2008, Klassisch unterwegs, 18.38 Uhr

„Tja, tja“, auf welchem Kultursender gibt es das noch einmal?
„Rachmaninow hat als Komponist mit den Sätzen 2 und 3 angefangen. Tja, und dann machen wir es hier auf NDR Kultur einfach auch. Hier ist der 2. Satz.“
Widersinnige Verrenkung, um tagsüber keine ganzen Werke zu senden - Da reichte es sogar der Technik, sie streikte - Im Anhang: Großzügiger Umgang mit einem Mäzen...

Moderation auf NDR Kultur, 14. August 2008, 6.23 bis 6.29 Uhr

NDR-Kultur-Versprechen und Hörer-Enttäuschung am frühen Morgen
Von wegen: „Wir machen Ihnen den Morgen schön mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart“
Wie NDR Kultur versucht, Hörer in sein Boot zu ziehen - „Aktuelle CD“

6.24 Uhr: „Sie hören NDR Kultur. Wir machen Ihnen den Morgen schön mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart.“ Hat NDR Kultur heute Morgen etwas Besonderes mit Mozart vor?
6.28 Uhr: „Zwei Minuten vor halb sieben. Das war die aktuelle CD von Giuliano Carmignola. Auf seiner Guarneri-Geige spielte er zusammen mit dem ‚Mozart Orchester‘ den dritten Satz des zweiten Violinkonzertes D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Leitung hatte Claudio Abbado. Und der hat gestern Abend den Konzertreigen des ‚Luzerne Festivals‘ eröffnet. Dort am Vierwaldstättersee (...). (...) auch Werke von Ravel und Strawinsky sind dabei. Und Sie sind es auch, denn wir übertragen live aus Luzern heute Abend ab 20 Uhr (...).“ Mehr...

Moderation auf NDR Kultur, im Juni/Juli 2008

Moderationsfloskeln
„Jetzt wird es ein bisschen feucht.“ (9. Juli 2008)
„Ab in den Wald!“ (20. Juni 2008)
„Der Kuckuck war ja deutlich zu hören.“ (17. Juni 2008)

NDR Kultur, 5. April 2008, und Das GANZE Werk (Nord), 19. April 2008

Aufgeschnappt (2x): ARD-Nachtkonzert vom SWR und NDR Kultur
Thementag zum 100. Geburtstag von Herbert von Karajan
Treffende Informationen hier, absolute Formulierungen da...

Vergleichen Sie die Moderation zu derselben Komposition, ja sogar zu derselben Aufnahme (das ganze Werk bzw. ein Satz): des Cellokonzerts von Antonin Dvorák in h-Moll op. 104 mit Mstislaw Rostropowitsch und den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan.
Zur Vervollständigung: Die Musikliste zum Karajan-Tag auf NDR Kultur (es gab sieben echte Doubletten).

NDR Kultur und Das GANZE Werk (Nord), 20. Februar 2008

Aufgeschnappt
Ein NDR-Kultur-Hörer aus dem Braunschweiger Land schreibt uns:
Heute morgen gegen 6.10 Uhr äußerte sich der Moderator nach dem 3. Satz von Mozarts Violinkonzert KV 216 mit Julian Rachlin wie folgt:
„Vom Geiger Julian Rachlin ist es nur ein kleiner Schritt zu Fidel Castro.“
Es schloss sich der erste Hinweis auf den „Blick in die Feuilletons“ an, in dem Castros angekündigter Rücktritt thematisiert wurde.

Hier Informationen aus Wikipedia, die jeder Internet-Benutzer nachlesen kann:
„Die Fidel ist ein historisches Streichinstrument mit fünf bis sieben Saiten in Quint- und Quartstimmung, das schon im 11. Jahrhundert nachweisbar ist. Die Fidel war das wichtigste Instrument der Minnesänger.“
„Die Violine, oder auch Geige genannt, ist ein aus verschiedenen Hölzern gefertigtes Saiteninstrument. Ihre vier Saiten werden mit einem Bogen gestrichen.“
„Inwieweit die Fidel mit der Violine verwandt ist, ist umstritten. Allgemein wird jedoch in der Violine eine spätere Weiterentwicklung dieses Instruments gesehen. Die weit verbreitete Schreibweise Fiedel bezeichnet eigentlich nicht die Fidel, sondern in salopper Art die Violine.“

Der Moderator war wohl bei der Abfassung seines Wortspiels selbst fidel (= „ausgelassen vergnügt“, Wikipedia)...

NDR Kultur, 17. Dezember 2007, Klassisch in den Tag, Moderation

NDR Kultur: „gleich drei Weihnachtsoratorien“ an den Weihnachtstagen
In der Sendung ‚Klassisch in den Tag‘ am 17. Dezember 2007 überraschte mich der Moderator mit der Ankündigung, an den Weihnachtstagen werde NDR Kultur ‚gleich drei Weihnachtsoratorien‘ senden. Erstens das von Bach am Heiligabend und am erstem Feiertag, dann Haydns ‚Schöpfung‘ am erstem Feiertag abends und schließlich Händels ‚Solomon‘ am zweiten Feiertag abends.
Merke: Ein Weihnachtsoratorium ist ein Oratorium, das NDR Kultur in den Weihnachtstagen sendet.

Zuschrift einer Hörerin in Niedersachsen

NDR Kultur, 5. Dezember 2007, Moderation: 2 Lotto-Animationen | 16. und 18. Dezember 2007

Zugehört
• NDR Kultur, 5. Dezember 2007, 18.10 Uhr
Moderator: „Thementag Elbphilharmonie auf NDR Kultur. Mehr als 60 Millionen Euro Spenden sind ja schon zusammengekommen. Ja, vielleicht werden es heute noch etwas meeeehr, wenn heute Abend ein Hamburger den Jackpot knackt! Eins zu einhundertvierzig Millionen. Na ja, groß ist die Chance nicht, aber wenn, dann winken 43 Millionen Euro. Na ja, mir würde schon ein bisschen weniger reichen, ich wär schon zufrieden mit 41 Millionen.“
Es folgte die Barcarolle Fis-Dur op. 60 von Frédéric Chopin in einer Aufnahme mit Jean-Yves Thibaudet, Klavier.
• NDR Kultur, 5. Dezember 2007, 10.20 Uhr
Moderatorin: „Die Zahl Sechs hat momentan eine große Bedeutung in Deutschland, denn mit sechs richtigen Zahlen plus Superzahl könnten Sie dreiundvierzig Millionen Ihr eigen nennen. So hoch ist der dickste deutsche Lotto-Jackpot aller Zeiten. Ja, und für das richtige Auswählen dieser Zahlen haben wir jetzt für Sie aufgelegt das Fantasie-Impromptu cis-Moll von Frédéric Chopin.“
Es folgte das Fantasie-Impromptu cis-moll op. 66 in einer Aufnahme mit Evgeny Kissin, Klavier.

Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), 29.11.2007, DGW (Nord), 19.12.2007

50. Todestag von Erich Wolfgang Korngold
• Mehr als nur ein Filmkomponist: E. W. Korngold
Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), 29. November 2007
• Gedenktag im Schmalspur-Format, Programmbeobachtungen
Das GANZE Werk (Nord), 19. Dezember 2007

NDR Kultur, 4. April 2007, 11.30 bis 11.34 Uhr - Moderation und Kulturbericht

„Scharfe Stimmen“ - erste Lesung zur neuen Hörbuch-Reihe „für Frauen“
„Audiovisueller Seitensprung“ von Hoffmann und Campe & NDR Kultur
Ungenannte Kooperation zur Mittagszeit auf fragwürdigem Niveau
Sendeprotokoll eines ungewöhnlichen Kulturberichts

Hamburger Abendblatt, 30. Dezember 2006, NDR Kultur, 29. Dezember 2006, 6 - 19 Uhr

Trennung von Programm und Werbung
Raff will ARD schärfen
Die Praxis von NDR Kultur steht dazu im Widerspruch: Zum Beispiel 8 x Werbung am 29. Dezember 2006 für die Premiere „Vatertag“ von Franz Wittenbrink im Hamburger Thalia-Theater

NDR Kultur, 28. Dezember 2006, Matinee, 9.59 Uhr

Aufgeschnappt: Mehrfache Respektlosigkeit in 77 Sekunden...
• 09:58:39 Uhr, Moderatorin
[Nach Musikabsage zu Claude Debussy] „Und vor den Nachrichten, hier auf NDR Kultur,
noch ein kurzer Telemann“.

• 09:58:43 Uhr, Musik
[Gesendet: Tanzsatz aus einer Orchestersuite von Georg Philipp Telemann, Dauer: 1 Minute und 9 Sekunden (wenigstens nicht abgeschnitten), genannt: weder Werk noch Interpreten, Information in der Internet-Musikliste: nichts über diese „Reserve“ (NDR-Kultur-interner Sprachgebrauch)]
• 09:59:52 Uhr: Jingle + „NDR Kultur, Nachrichten“

NDR Kultur, 27. Dezember 2006, Matinee, 12.20 - 12.57 Uhr

Aufgeschnappt
Live erlebt: Fehler über Fehler...
„Um 12.20 Uhr schalte ich das Autoradio ein und höre das Ende einer Musik mit Solostimmen für Klarinetten, Hörner und Fagott. Ein Satz aus einer Sinfonia concertante von Johann Christian Bach? frage ich mich. Nein. Die Moderatorin: ‚Sie hörten den 1. Satz des Cellokonzertes B-Dur von Luigi Boccherini, es spielten Maurice Gendron und das Orchestre des Concerts Lamoureux Paris, die Leitung hatte Pablo Casals.‘ Na...
Dann berichtet die Moderatorin von einem neuen wichtigen Buch. ‚Mehr dazu nach dem nächsten‘ Musikstück (oder ähnlich).
12.24 Uhr: Das ‚nächste‘ Musikstück - ein Allegro aus einer Ouvertüre Veracinis - ist verklungen. Kommt jetzt schon, statt um 12.30 Uhr, die Buchvorstellung? Nein. NDR Kultur macht munter weiter mit dem Alla-Turca-Klaviersonatensatz von Wolfgang Amadeus Mozart. (...)
ca. 12.38 Uhr: Nach dem Dauerschlager auf NDR Kultur, ‚Jupiter‘ von Gustav Holst (...), kündigt die Moderatorin ‚Musik von Luigi Boccherini‘ an. Hatten wir das nicht schon?
Orchesterklang. Dann: ein Violoncello solo. Moment, war da nicht?
Genau. 12.45 Uhr, Die Moderatorin: ‚Sie hörten den 1. Satz des Cellokonzertes B-Dur von Luigi Boccherini, es spielten Maurice Gendron und das Orchestre des Concerts Lamoureux Paris, die Leitung hatte Pablo Casals.‘ Aha, keine Entschuldigung für die offensichtliche Panne.
Lesen Sie den ganzen Bericht mit: Literatur-Absurditäten, ‚deutscher Bach-Papst‘, Genuss oder Verdruss?, ein Sinfoniesatz hört mit einer Kadenz auf - der folgende Satz kommt 23 Stunden später (PS)
In der Broschüre ‚Kulturwellen im Nord-Süd-Profil‘ zeigen wir, dass es in Deutschland ernsthafte Alternativen gibt.“
Theodor Clostermann, 27. Dezember 2007

NDR Kultur, 14. Dezember 2006, Klassisch in den Tag, 7.44 Uhr

Aufgeschnappt
Nach dem Eingangschor „Mache dich auf, werde Licht“ aus dem Weihnachtsoratorium von Carl Heinrich Graun mit der Rheinische Kantorei und dem Kleinen Konzert unter Hermann Max kündigte ein Moderator an (mehr Worte benutzte er nicht):
„Jetzt ganz ohne Worte, Mendelssohn Bartholdy.“
Ein Autofahrer notierte sich dann folgenden Ablauf:
- Klavier-Töne = Jingle-Töne (also ein angepasster Jingle)
- Dann die Worte: „NDR Kultur, hören und genießen“
- Nach dieser Wortunterbrechung erklang endlich das „Lied ohne Worte“ für Klavier A-dur, op. 19 Nr. 3, von Felix Mendelssohn Bartholdy, gespielt von Murray Perahia.
Wahrscheinlich war der Moderatorenhinweis nicht eingeplant. Der Moderator, der sich gerne als englischer Gentleman bezeichnen lässt, hatte aber wohl das spontane und anständige Bedürfnis, wenigstens etwas zur Musik zu sagen. Der Jingle, die Fanfare von NDR Kultur zur Bezwingung der Radiokultur, hat selbst diesen bescheidenen Ansatz zunichte gemacht.

NDR Kultur, 6. Dezember 2006, Klassisch in den Tag, Moderation

Aufgeschnappt
Bizet, 6.26 Uhr: „... Gewandhaus-Orchester Leipzig. NDR Kultur am Nikolaustag, Saint Nicolas, wie die Franzosen sagen, Musik von Georges Bizet hören wir jetzt, aus der 1. Sinfonie das Allegro vivace.“
Es folgte also Satz Nr. 1. Seit Jahresbeginn geschah dies zum 34. Mal. Satz 3: 41x, Satz 4: 35x. Wegen der aufdringlichen Wiederholungen durch NDR Kultur seit 2004 haben viele Hörer inzwischen eine Allergie gegen diese Sätze... Ausnahme: Satz 2, den gab es 2006 kein einziges Mal, Fehlanzeige. Warum wohl? Kein Muntermacher, nur Musik.
„Deutschland ein Sommermärchen“ in der ARD
7:07:04 Uhr. „NDR Kultur, sechs nach Sieben am 6. Dezember. Mir über drei Millionen Kino-Zuschauern ist ‚Deutschland ein Sommermärchen‘ schon jetzt der erfolgreichste deutsche Dokumentarfilm aller Zeiten... Wir sind noch mal mittendrin.“
7.17 Uhr, vor der Reportage: „Heute Abend zeigt das Erste den erfolgreichste Dokumentarfilm Deutschlands aller Zeiten, der die Euphorie des Sommers noch mal ins Gedächtnis zurückruft.“
Dazu erreichten uns folgende Worte eines kompetenten Fachmanns:
Der Tagesspiegel: Ist der Film die große Werbung für den Fußball im Allgemeinen?
Béla Réthy, ZDF-Fußballreporter: Er ist Werbung für die deutsche Nationalmannschaft. Oder noch genauer: Er ist Werbung für ein singuläres Ereignis (...). Es ist ein Eventwerbefilm.
Der Tagesspiegel: Eine Dokumentation ist er also nicht?
Béla Réthy: Der Film lichtet schon, gut montiert, die Geschehnisse so ab, wie sie sich ereignet haben. Aber ohne dass Wortmann etwas Eigenes hinzugefügt hätte. Also, nein, keine Dokumentation.

NDR Kultur, 4. Dezember 2006, Klassisch unterwegs, Bericht um 14.30 Uhr

Werbung auf NDR Kultur ohne Grenzen: Jetzt auch für ein KulturKaufhaus in Berlin
Wodurch unterscheidet sich ein sachlicher Kulturbericht von einem Werbebericht zugunsten eines Kulturunternehmens? - Über alles, wo „Kultur“ draufsteht, berichtet NDR Kultur, und zwar so schlicht und einfach wie möglich

NDR Kultur, 1. Dezember 2006, Klassisch unterwegs, Moderation um 14.47 Uhr

Direkte Werbung für das Schleswig-Holstein Musik Festival 2007 und NDR-Eigenwerbung „Es wird langsam Zeit... Das wär doch was, das sind doch Ideen.“
„Ab Montag kann man nämlich für ausgewählte Konzerte schon Karten bestellen...“

NDR Kultur, 27. November 2006, Klassisch in den Tag, Moderation um 7.27 Uhr

Analyse einer typischen geschwätzigen Moderation
Wegen einer italienischen Opernarie: „Lassen Sie sich jetzt inspirieren zu einem ersten Milchkaffee auf italienische Art“
Und: Hörer, die schon wach sind, sollen sich ein Beispiel an dem „Frühaufsteher“ Joseph Haydn nehmen

NDR Kultur, 24. November 2006, Matinee, Moderation um 11.47 Uhr

Ist Werbung erlaubt, sobald „NDR Kultur“ draufsteht?
Kulturpartnerschaft als Trick zur Aushebelung des Rundfunkstaatsvertrags
Erneutes Beispiel: ein „Pro-Arte-Konzert“ in Hamburg
„Boris Berezovsky spielte das Prélude op. 40 Nr. 2 von Anatolij Ljadow. Boris Berezovsky, er gastiert am kommenden Dienstag zusammen mit dem Oslo Philharmonic Orchestra unter Jukka-Pekka Saraste in der Hamburger Laeiszhalle um 19 Uhr 30. Das Ganze im Rahmen der Pro-Arte-Konzertreihe, und NDR Kultur ist Kulturpartner dieser Veranstaltung. Es gibt noch Karten für dieses Konzert...“
Freigelegte „Kulturinformation“ und viele handwerkliche Fehler

NDR Kultur, 21. November 2006, Klassisch in den Tag

Plötzlich war die Musik auf NDR Kultur tot...
8.27 Uhr, zum Abschluss der Sendung „Klassisch in den Tag“ wird noch ein Satz aus der Sinfonie B-dur, Wq 182 Nr. 2, von Carl Philipp Emanuel Bach mit dem Kammerorchester „Carl Philipp Emanuel Bach“ unter der Leitung von Hartmut Haenchen in Marsch gesetzt. Wer gedanklich mitgeht, fühlt sich nach etwa 3 Minuten im musikalischen Nichts: Nach einer heftigen Passage der Sinfonie, die auf ein bestimmtes Zwischenziel hinsteuert, aber nach musikalischer Fortsetzung verlangt, ist auf einmal Sendestille. Kurz danach - Sendestille ist auf NDR Kultur nicht erlaubt - beginnen die Vorbereitungsgeräusche von „Am Morgen vorgelesen“: Jingle usw.
Was ist passiert? Die Sinfonie Wq 182 Nr. 2 ist durchkomponiert, alle drei Sätze gehen ineinander über, nur zwischen Satz 1 und Satz 2 gibt es eine kurze Generalpause, um die musikalische Spannung nach der oben beschriebenen Passage zu steigern.
Was macht NDR Kultur? Von dieser Sinfonie bringt der Sender ausschließlich diesen einen Satz, seit Januar 2006 zum 16. Mal. Die beiden anderen Sätze taugen für die zu sendende Einsätzigkeit wirklich nicht.
Sonst geschieht es schon während einer Sendung, heute geschieht es sogar als Rausschmeisser der ganzen Sendung: NDR Kultur hört spürbar mitten in einer Komposition auf, zerstört den musikalischen Zusammenhang, ohne Rücksicht auf Komponist, Interpreten und Hörer. Ist das Kultur?

Ein NDR-Kultur-Hörer, 7. November 2006

Nachtrag zu dem Bericht: Das Musikrätsel „Das Kenn ich doch“ auf Bayern2
Täglich etwa 80 Mal Rätselrunde bei NDR Kultur
Durch unterlassene Musikansagen gibt der Sender den Zuhörern bei mehr als 90% aller täglichen Häppchen Rätsel auf

NDR Kultur, 5. November 2006, „Cantate“

„Cantate“ am Sonntagmorgen: Ende einer moderationsfreien Oase
NDR Kultur-Hörer hatten bis vor einigen Monaten immer noch eine Musiksendung, auf die sie sich unvermindert freuen konnten, weil niemand ihnen anbot, sie „durch die Sendung zu begleiten“ (mit allen Unerträglichkeiten, die sich bei NDR Kultur hinter dieser Formel verbergen). Gemeint ist die traditonsreiche Sonntagmorgensendung „Cantate“.
Aber seit einigen Monaten ist es auch hier mit dem ungestörten Hören vorbei: Ein „Moderator“ versucht nun auch hier, uns über die Ansagen hinaus mit dummen Plattitüden die Musikwelt zu erklären, wohl damit wir bei der Bachkantate nicht wieder einschlummern. Und wenn er uns „Adieu“ sagt, so tut er es mit den salbungsvollen Worten: „(X.Y.) wünscht einen gesegneten Sonntag mit viel Licht von oben“ (am 5. November 2006).
Sein Wort in Gottes Ohr: „Licht von oben“, nämlich vom Sender der Nordlichter, wünschen wir uns alle seit 2004! Und zwar blitzartig.
Eine Stammhörerin aus Göttingen

NDR Kultur, 2. November 2006, Moderation um 7.46 Uhr

Der „kurze Dienstweg“ des NDR für seine Konzerte („Hamburger Abendblatt“) ist inzwischen ein kurzer Serviceweg für die Kulturpartner von NDR Kultur geworden
Der Beweis: Ein Moderator bestätigt, dass die Konzertagentur der
„Pro-Arte-Konzerte“ in Hamburg „Kulturpartner“ von NDR Kultur ist

NDR Kultur - der „Service“-Trommler, „dank Ihrer Gebühren“

Das GANZE Werk (Nord) zu Werbung auf NDR Kultur, 18. Oktober 2006

Bericht, Analyse, Kommentar und Dokumentation zu einem wichtigen Thema: NDR Kultur, Matinee am 5. Oktober 2006, 9 bis 10 Uhr
Masur-Konzerte in Braunschweig und Hamburg
Offenes Themen-Placement für ein Konzert, eine ganze Stunde lang
Eigentlich müsste dieser Sender heißen: „NDR Kultur-Info“ (formale Bezeichnung) oder „NDR Kultur-Werbung“ (ehrliche Bezeichnung)
Lesen Sie außerdem zu Ansagen, Berichten und Werbung an diesem Morgen...
• Moderation und Minifilmbericht zum Thriller von Brian de Palma, 7.09 und 7.15 Uhr
Moderator: „Die Schwarze Dahlie“, wir pflücken sie gleich
• Minibericht zur Eröffnung des 14. Hamburger Filmfests und Eigenwerbung, 8.05 Uhr
Ein Höhepunkt des Festivals ist die Produktion des NDR „Der Untergang der Pamir“
• Hinweise zur Frankfurter Buchmesse, 8.18, 8.28 und 10.16 Uhr
Ein Trailer (2 x) und eine dazu passende Moderation in zwei Stunden
• Die Musikauswahl dient dem Programmtipp, 8.23 Uhr
Gefangenenchor aus Nabucco: Mittel zur NDR-Kultur-Eigenwerbung für das Abendprogramm
• Fünf weitere Kulturtipps des Trailers „Kultur im Norden“, 9.45 Uhr
Dieter Wellershoff in Neuenkirchen-Vörden, „Verständigungsprobe mit Orchester“ in Lübeck, Kultur in Rostock, Hamburg und Hannover
... und zu zwei weiteren Sendeereignissen an diesem Morgen:
• Interview (2 Versionen gesendet) zur Caspar-David-Friedrich-Ausstellung in Hamburg
Zwei Manipulationen von NDR Kultur
- Dem Leiter der Hamburger Kunsthalle wird etwas Neues in den Munde gelegt
- Die Deutungen des Schaffens von Caspar David Friedrich widersprechen sich...
„Morgenstimmung“ (Dauer: 4 Minuten) aus der Peer-Gynt-Suite Nr. 1 von Edvard Grieg
Über diese Musik ist am Morgenhimmel die Sonne aufgegangen
Der Moderator redet ein Naturwunder für das NDR-Sendegebiet herbei

NDR Kultur, 18. Oktober 2006

Die Reportage bestimmt die Musikfarbe
Zum 80. Geburtstag des Schauspielers Klaus Kinski (1926 - 1991) stellte NDR Kultur um 15.30 Uhr das Hörbuch „Jesus Christus Erlöser“, ein Mitschnitt von 1991 in der Berliner Deutschlandhalle, und vorher um 12.30 Uhr eine Biographie vor.
Zur zweimaligen Vorankündigung der Buchvorstellung wurde
• um 12.04 der „Ungarische Marsch“ aus der Oper „Fausts Verdammnis“ („La Damnation de Faust“) von Hector Berlioz gesendet - das Abspiel des Marsches sollte dazu dienen, so der Moderator ausdrücklich, um den diabolischen Charakter der folgendermaßen eingeführten Person zu illustrieren:
„Ich muss vorgestellt werden? Ich bin so populär in dem Land wie kein anderer Mensch auf der Welt. Was reden Sie für einen Quatsch?! Ich muss mich vorstellen? Ich meine, der ist übergeschnappt. (...) Ich muss mich hier vorstellen in dem Land? Sind Sie verrückt??“
• um 12.26 erklang der 1. Satz des Violinkonzerts a-moll, BWV 1041, von Johann Sebastian Bach mit den Berliner Philharmonikern und Nigel Kennedy - die Aufnahme mit dem „Exzentriker“ Nigel Kennedy sollte dazu dienen, so der Moderator ausdrücklich, um den exzentrischen Charakter von Klaus Kinski zu illustrieren.
Den Rest können Sie sich selbst denken...

NDR Kultur, 4. bis 6. Oktober 2006, Moderation

NDR Kultur - kein Genuss: Zu viel Fehler
Kundige werden geschockt und andere verdummt
Richtigstellungen:
• Die Berliner Philharmonie ist nicht die „Schwangere Auster“
• Nicht Wilhelm Busch hat „den Comic erfunden“ (Mitte 19. Jh.), sondern spätestens der Schweizer Rodolphe Töpffer (1833)
• Joseph Haydn hat nicht „Trompetenkonzerte für die Ventiltrompete“ komponiert, sondern ein Konzert für die Klappentrompete
„In der Barockzeit haben die Trompeten“ nicht nur „wie Fanfaren geklungen“, sondern waren ab dem 8. Naturton aufwärts melodiefähig (barocke Trompetenkunst des Clarinospiels)
• Über dem NDR-Sendegebiet geht die Sonne nicht in 4 Minuten, sondern in 30 Ninuten auf
NDR Kultur hat einen Kultur- und Bildungsauftrag, von einem Verdummungsauftrag ist uns nichts bekannt

NDR Kultur, Montag bis Sonnabend, 7.50 bis 7.53 Uhr, Morgenandacht

Opfer des Formatradios bei NDR Kultur: die Morgenandacht
Es handelt sich täglich um eine Wiederholung der Sendung auf NDR Info um 5.55 Uhr. Dort erscheint die Morgenandacht unmittelbar vor den Nachrichten, und zwar in der von den jeweiligen Autoren gewählten Form: Zu einem dreiminütigen Wortbeitrag (mit einem durchlaufenden Wochenthema) gehört ein sich anschließendes zweiminütiges Musikstück, das die Textaussage ergänzt und das früher auch gewissenhaft in der Internet-Veröffentlichung stand.
Was der Info-Sender kann, bringt der Kultur-Sender nicht fertig: Der Text wird hier um 7.50 Uhr gesendet, aber ohne das dazugehörige Musikstück.
Die Moderatorenstimme übernimmt sofort die Absage, und bis zu den Nachrichten gibt es noch zweimal Bizet, Grieg, Rosetti oder Mozart plus einmal - moderiert - Eigenwerbung für „Aktuell“. Die Morgenandacht geht darin unter wie ein unvermeidliches Übel, aber sie zu streichen traut man sich offenbar nicht. (Zuschrift einer Hörerin aus Göttingen)

NDR Kultur, 27. September 2006, 7.33 bis 7.40 Uhr, Musik + Moderation

NDR Kultur boulevardesque - NDR Kultur: „Und wir bleiben royal.“
Sogar „in einem (heute noch etwas) aktuellen deutschen Königshaus“

Vom ehemaligen Preußen ist keine Rede. Der Moderator: „Das Royal Philharmonic Orchestra unter Yehudi Menuhin mit dem Marsch C-dur aus ‚Pomp and Circumstance‘ von Edward Elgar. NDR Kultur um drei nach halb acht. Und wir bleiben royal. Nicht im englischen, auch nicht im norwegischen, oder dänischen Königshaus - darauf freut man sich ja, über den Babysegen, der ansteht -, sondern in einem nicht mehr ganz aktuellen deutschen Königshaus: Friedrich der Große. Das Allegro aus dem Flötenkonzert Nr. 4 D-dur.“
Nach dem Satz: „Richard Waage und das Kammerorchester des Berliner Sinfonie-Orchesters, das war das Allegro aus dem Flötenkonzert Nr. 4 D-dur von Friedrich II. um 20 vor 8.“
Wir verzichten auf weitere Bemerkungen, wollen aber wenigstens loben, dass es in der Musikauswahl von NDR Kultur endlich einmal einen roten Faden gab: immerhin für zwei Sätze.

NDR Kultur, 20. September 2006, 7.59 bis 8.00 Uhr, Musik + Moderation

Ein Kürze-Rekord und drei Fehlinformationen
Vorbereitete und vertuschte Verstümmelung eines Divertimento-Satzes von Joseph Haydn auf NDR Kultur (Dokumentation)
Das Formatradio treibt seltsame Blüten, um 18 freie Sekunden zu füllen
Statt mit den Nachrichten ein wenig früher zu beginnen, klicken die Programmmacher von NDR Kultur schnell noch ein Stückchen von 34 Sekunden aus der PC-Schublade „Kurze Stücke“ an. Der Moderator sagt dazu anschließend: „Das Consortium Classicum spielte den ersten Satz aus dem Divertimento Es-dur von Joseph Haydn.“ In Wirklichkeit waren es nur die Sekunden 110 bis 144 des dritten Satzes „Gavotte. Allegro“ des Divertimentos Hob II: Es 13. Lesen Sie in der ausführlichen Dokumentation, wie es zu dieser Manipulation gekommen ist und wie sie aufgedeckt wurde.

NDR Kultur, 22. September 2006, „Klassisch unterwegs“, 17.12 und 18.51 Uhr, Musik + Moderation

Entweder gingen die bisher auf NDR Kultur gesendeten Musiksätze spurlos am Moderator vorbei, oder er mimt den Ahnungslosen...
• Der Moderator, 17.12 Uhr: Das war das Vorspiel zur Zarzuela „El batillo“ [= „El bateo“, die Red.] von Federico Chueca, gespielt vom English Chamber Orchestra London unter der Leitung von Enrique García Asensio. Jetzt ganz groß Musik auf NDR Kultur, das Scherrrzo, der dritte Satz, der „Eroica“ von Ludwig van Beethoven mit den Berliner Philharmonikern unter Glaudio [= Claudio, die Red.] Abbado.
Kommentar: „Ganz groß Musik auf NDR Kultur“? Seit dem 1. Januar 2006 gab es nach den Internet-Musiklisten das „groß“ angekündigte Scherzo schon zum 17. Mal. Die anderen Sätze: den 4. Satz gab es seitdem immerhin zwei ganze Mal, die Sätze 1 und 2 gingen hingegen leer aus. „Ganz groß“ und ganz klein, die beiden Seiten der Formatradio-Medaille: Klassik-Schlager als Sensation hier, das Nichts, verschwiegen, da.
• Der Moderator (ganz hingerissen), 18.51 Uhr: „Ein irrsinniges Stück,“ (lächelnd:) „es... Das Finale der siebten Sinfonie von Ludwig van Beethoven mit der Berliner Staatskapelle unter Daniel Barenboim. So, was haben wir Ihnen hier heute Abend anzubieten...?“
Kommentar: Ein „mitreißendes Finale“, wie der Moderator schon vor dem Satz angekündigt hatte. Aber nichts Neues auf NDR Kultur: seit dem 1. Januar 2006 gab es das, den Moderator aus der Fassung bringende, Finale schon zum 24. Mal, ansonsten sendete NDR Kultur den 1. Satz acht Mal. Die Sätze 2 und 3 - siehe Eroica, Sätze 1 und 2 - gingen ebenfalls leer aus. Wenn schon das immer wiederkehrende Finale beim Moderator - im wahrsten Sinne des Wortes („irrsinnig“) - eine Sensation hervorruft, wie würde ihm die ganze Sinfonie Nr. 7 erst unter die Haut gehen, wenn sie tagsüber in seiner Anwesenheit vollständig und hintereinander als ganzes Werk gesendet würde?

NDR Kultur, 9. September 2006, „Klassik-Boulevard“, 16.06 Uhr, Moderation

Moderatoren-Klimmzüge, Geschwätzigkeit, kritische geschichtliche Oberflächlichkeit
Einmal mehr eine fragwürdige Huldigung für Friedrich II., König von Preußen

Das Kammerorchester Carl-Philipp-Emanuel-Bach spielte den ersten Satz der Sinfonie G-dur von Friedrich II., dem König von Preußen, für den die wichtigste Frage wohl war, wie hebe und festige ich - ob im Krieg, ob im Frieden - Ansehen und Bedeutung meines kleinen Staates? (...) Heute, 250 Jahre später, haben viele Menschen viele andere Fragen, aber in vielen dieser vielen Fragen schimmert immer wieder das Gefühl der Bedrohung durch, (...)

Eine Variante also: „Die wichtigste Frage“ für den König war es „wohl“, die „Bedeutung“ „(seines) kleinen Staates“ „im Krieg“ zu „heben“... - Vor „250 Jahren“ begann der Siebenjährige Krieg: „Am 29. August 1756 überschritt die preußische Armee ohne vorherige Kriegserklärung die Grenze Sachsens.“ (Wikipedia)

NDR Kultur, 2. September 2006, „Klassik auf Wunsch“, 9 - 12 Uhr, Musik + Moderation

E-Mail- und Brief-Ausschnitt an die DGW-Redaktion (die Autorinnen sind Chormitglieder):
• ... man glaubt es kaum. Nicht genug mit der Zerstückelung ganzer Werke in Einzelsätze, nun ist sich NDR „Kultur“ nicht zu schade, Satzbrocken zu senden: Am Sonnabend kurz vor 10.00 Uhr spielte man als Erfüllung eines Hörerwunsches „das Lacrymosa“ aus dem Mozart-Requiem - allerdings nur die ersten acht Takte! Scheinbar traut man sich nicht, den Hörern ein so ernstes Stück in ganzer Länge anzubieten, wagt aber auch nicht, einen Hörerwunsch nach einem Stück des Jubilars abzuschlagen. Peinlich, peinlich...
• Übrigens brachte mich NDR (UN)KULTUR wieder auf den Siedepunkt. In der Sendung am Sonnabend von 9 - 12 wünschte sich ein Herr das „Lacrymosa“ aus Mozarts Requiem, da seine Frau es mit ihrem Chor zur Aufführung bringt. Es wurde nach wenigen Takten abgebrochen. Auch diese Sendung wird noch minimalistischer. Das mußte ich noch unbedingt mitteilen.
Wir wissen nicht, ob nur der fragmentarische Teil Mozarts als „das Lacrymosa“ gesendet werden sollte. Die Moderation gab hierauf keinen Hinweis.
Nicht genug damit. Hier eine Meldung eines Autofahrers (ohne Stoppuhr in der Hand, das ist zu gefährlich): Später...
... wünschte sich ein sehr junger Hörer Musik aus „Peter und der Wolf“ - von dem Anfang bekam er 1 ½ Minuten lang - na ja, vielleicht waren es auch 2 Minuten - etwas zu hören...
Kulturbanausen!

NDR Kultur, 8. August 2006, „Klassisch unterwegs“, 15 bis 17 Uhr, Musik + Moderation

„Bei uns kommt jetzt auch so ein Stück“, mal wieder...
Die zufällige Begegnung mit drei Sinfoniesätzen am 8. August 2006 nachmittags zeigt:
NDR Kultur geht lächerlich mit großen thematischen Sinfonien um, das Ein-Satz-Prinzip ist gescheitert
Beispiel: Aus Sinfonien von Mendelssohn Bartholdy, Berlioz und Brahms sendet NDR Kultur ständig jeweils nur einen Lieblingssatz
NDR Kultur erfindet einen „roten Faden“, der dem Sinn des ganzen Werks widerspricht:

Moderation von NDR Kultur: Es zieht sich ja wie ein roter Faden durch die Literatur- und Kunstgeschichte: Titel, in denen irgendjemand irgendwo ist, so wie „Orpheus in der Unterwelt“, „Die Italienerin in Algier“, „Ein Münch(e)ner in Hamburg“, „Hans im Glück“ und so weiter. Bei uns kommt jetzt auch so ein Stück. Das hat Hector Berlioz geschrieben, angeregt durch Lord Byrons Versepos „Die Pilgerfahrt des Kindes Harold“. Hier kommt das „Ständchen“ aus „Harold in Italien“. Hector Berlioz: »Ich kam auf den Gedanken, für das Orchester eine Reihe von Szenen zu schreiben, in denen die Solobratsche die Rolle einer mehr oder minder wichtigen Person spielen sollte, die durch das Ganze ihren eigenen Charakter bewahrt; ich wollte die Bratsche in den Mittelpunkt der poetischen Erinnerungen stellen, die ich von meinen Streifzügen in den Abruzzen behalten hatte, und aus ihr eine Art von melancholisch verträumter Persönlichkeit machen wie Byrons Childe Harold.«

Internationale Musikfestspiele, 24. Juli 2006, längerer Sponsoren-Hinweis (Teil 2)

Eine genauere Überprüfung der Moderation bei den Internationalen Musikfestspielen führt zu grundsätzlichen Fragen:
Wie ist der längere Sponsoren-Hinweis auf die NORD/LB in die Sendung gelangt?
- Hat der NDR damit die ARD-Sponsoren-Richtlinie verletzt?
- Hat der NDR selbst seine programmliche Unabhängigkeit und Neutralität aufs Spiel gesetzt?
Der Artikel wurde um einen zweiten Teil mit Ausführungen zu den ARD-Werberichtlinien und mit der Behandlung der genannten Fragen erweitert.

Internationale Musikfestspiele, 24. Juli 2006, Moderation von NDR Kultur, 20.55 Uhr (Teil 1)

„Internationale Musikfestspiele“ mit Yundi Li als Solisten und einem deutlichen werbenden Hinweis auf die Nord/LB
Am Montag war NDR Kultur Gastgeber der Reihe „Internationale Musikfestspiele“. NDR Kultur sendete von dem „Braunschweig Classix Festival 2006“ eine Aufzeichnung vom 13. Mai 2006 im Lessingtheater Wolfenbüttel. Solist des Klavierabends war der 23-jährige Yundi Li aus der Volksrepublik China mit vollständigen Werken von Mozart, Schumann, Liszt und Chopin. Die Musiksendung wurde zunächst durch den inzwischen NDR-Kultur-typischen Stil getrübt, vor jedem Werk Erklärungen zu Interpret und Werk auch als Reportagen, teils mit belanglosem O-Ton, zu bringen. - Um 20.55 kam der Höhepunkt:... ...mehr