Das GANZE Werk - Presseschau
Erklärung von Theodor Clostermann
zu den persönlichen Angriffen von Herrn Romann
in dem Artikel:
Kultur-Ayatollahs und Manipulateure
Zwischen Hörern und Machern von NDR Kultur ist ein Streit um die Programmreform ausgebrochen
Von Jörn Breiholz
Frankfurter Rundschau, 10. Dezember 2004
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Persönliche Erklärung
Herr Romann kann es noch nicht einmal lassen, mit freien Erfindungen persönliche Angriffe gegen meine Person zu führen. Es ist mal wieder ein schönes Beispiel der Manipulation, dieses Mal gegenüber den Leserinnen und Lesern der Frankfurter Rundschau.
Zumal es sich bei Theodor Clostermann um einen Außenseiter handele. Permanent würden er und seine Redaktion von Clostermann belästigt. Das gehe soweit, dass man bisweilen auch abends und nachts Drohanrufe bekomme. Da wolle mancher Reformkritiker den Hörfunkdirektor auch schon mal am "höchsten Mast baumeln sehen", sagt Romann und hält es daher auch für gerechtfertigt, Clostermann als "Kultur-Ayatollah" zu bezeichnen.
Ich erkläre hiermit öffentlich:
Bisher habe ich drei Telefongespräche mit dem Büro von Herrn Romann geführt. Jedes Mal ging es darum, ob der NDR überhaupt noch an seinem Angebot festhält, eine Diskussionsrunde mit der Hamburger Telemann-Gesellschaft durchzuführen. Das war am 7. Oktober 2004 um 17 Uhr, am Tag, als er seinen mysteriösen Artikel in der WELT platzierte. Danach habe ich noch ein zweites und ein drittes Mal in derselben Angelegenheit mit seinem Büro telefoniert, und zwar am 25. November 2004 um 16 Uhr und am 26. November 2004 um 14.30 Uhr. Alle drei Anrufe sind auf dieser Homepage dokumentiert.
Mir ist nicht bekannt, wer in seiner Redaktion arbeitet, ich habe auch nie mit seiner Redaktion telefoniert.
Von Drohungen ist mir überhaupt nichts bekannt. Sollte es sie wirklich gegeben haben, könnte man mich dafür nicht verantwortlich machen. Herr Romann wird ja wohl nicht den folgenden Brief eines Hörerehepaares an den NDR meinen:
Übrigens: "DIE ZEIT" forderte zum Jahreswechsel 2003/2004 für Programm-Macher von Kultursendungen die Prügel- bzw. Haftstrafe. Wir fordern: Beides!!! Sie sehen, wir sind mehr als zornig und wütend!
Frau Mirow hat hier schon juristische Schritte angedroht, obwohl das Ehepaar nur Zitate aus der ZEIT NR. 2/2004 zugespitzt formuliert hat:
2004 - Was wir uns wünschen:
Dass die Rundfunk-Gebühren nach Verbrauch erhoben werden, wie Strom und Wasser.
Die Einführung der Prügelstrafe für die Betreiber so genannter Klassik-Radios.
Zehn Jahre Haft für alle Betreiber von Klassik-Radios (das wäre eine Alternative zur Prügelstrafe, siehe oben).
Das ist die schärfste Kritik, die mir bekannt ist. Einen solchen Text würde ich selbst nicht verfassen.
Mit vielfältigen ruppigen Methoden versucht Herr Romann sein 100-prozentiges, kompromissloses Konzept der Kulturverflachung von 6 bis 19 Uhr durchzusetzen. Es handelt sich um ein einseitiges Diktat des Hörfunkdirektors gegen viele Beschäftigte von NDR Kultur und gegen eine breite Hörerschaft. Dazu missbraucht er auch noch den Begriff der "Programmautonomie", die geschaffen wurde zum Schutz der Bürger vor einem Staatsrundfunk.
Dagegen ist der Widerstand, der von Chören und Orchestern in Norddeutschland wesentlich getragen wird, nur zu berechtigt. Er manifestiert sich in tausenden von Briefen und KlassikClub-Austritten und in der Initiative Das GANZE Werk. Mit einem organisierten und dazu auch noch hartnäckigen Widerstand hat der Hörfunkdirektor offensichtlich nicht gerechnet. Vielleicht ist es dieser Widerstand, der ihn "permanent belästigt" und ihm keine Ruhe lässt? Den muss er aber als verantwortlicher Hörfunkdirektor einer öffentlich-rechtlichen Anstalt ertragen können.
"Kultur-Ayatollah" - seit September gibt es schon in Norddeutschland eine heftige Debatte über diese üble Wortschöpfung von Herrn Romann. Was von der gezielten Beleidigung des Initiators und Sprechers des GANZEN Werkes als "Kultur-Ayatollah" zu halten ist, mögen andere beurteilen. Ich werde beim Programmausschuss des NDR dagegen Beschwerde einlegen.
Reinbek, 10. Dezember 2004
gez. Theodor Clostermann
Sprecher der Initiative Das GANZE Werk und Vorsitzender der Hamburger Telemann-Gesellschaft
Lesen Sie den Artikel:
Kultur-Ayatollahs und Manipulateure
Zwischen Hörern und Machern von NDR Kultur ist ein Streit um die Programmreform ausgebrochen
Frankfurter Rundschau, 10. Dezember 2004
PS: Beachten Sie bitte die weitere Erklärung nach der folgenden Berichtigung der Frankfurter Rundschau vom 13. Dezember 2004
BERICHTIGUNG
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In dem Text "Kultur-Ayatollahs und Manipulateure" (FR vom 10. Dezember) haben sich zwei missverständliche Formulierungen eingeschlichen. Zum einen wurde nahe gelegt, dass NDR-Hörfunkdirektor Gernot Romann vom prominentesten Kritiker des Programms NDR Kultur, Theodor Clostermann, "abends und nachts Drohanrufe bekomme". Romann hatte dagegen die Anrufe nicht Clostermann, sondern "anonymen Gegnern" der Programmreform zugeschrieben.
Weiter hieß es, Romann halte es für gerechtfertigt, Clostermann als "Kultur-Ayatollah" zu bezeichnen. Romann hatte demgegenüber lediglich gesagt, es sei gerechtfertigt, "in diesem Zusammenhang von Kultur-Ayatollahs zu sprechen". Wir bitten um Entschuldigung. fr
Frankfurter Rundschau, 13. Dezember 2004
Persönliche Erklärung von Theodor Clostermann
Mit diesem neuen Sachverhalt liegt keine Beleidigung mehr gegen mich vor. Damit entfällt die am 10. Dezember angekündigte Beschwerde beim Programmausschuss zu diesem Punkt.
Reinbek, 13. Dezember 2004
Leserbrief
Lesen Sie zu dem FR-Artikel den Leserbrief von Heinz Brummer, Dortmund
Oase in der Wüste
Ich hoffe auf Zeichen und Wunder, denn ich würde sehr gerne wieder - wie in alten Zeiten - mehr NDR hören.
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