Das GANZE Werk - Presseschau

Frankfurter Rundschau, 10. August 2005

Er hätte es nicht für möglich gehalten, dass man in der ARD Dialoge kaufen könne

ARD-Programm-Direktor Struve rechtfertigt Urlaub

„In den nächsten drei Jahren werden wir das sicherste Gebiet der Welt in Sachen Schleichwerbung sein.“

Hamburg (dpa) - ARD-Programmdirektor Günter Struve hat seinen vierwöchigen Urlaub während des Schleichwerbungs-Skandals in einem Interview der „Bild“-Zeitung gerechtfertigt. Struve sagte der Zeitung: „Ich hatte zugesagt, auf meine Enkelin aufzupassen.“

Dies sei jedoch nicht das Entscheidende für seine Reisen in die USA und nach Amrum gewesen. Vor seiner Abreise habe er alles, was menschenmöglich war, geklärt. „Wenn irgendwo der Anschein eines Fehlverhaltens einer meiner Mitarbeiter am Horizont sichtbar gewesen wäre, dann wäre ich sogar zurück geschwommen von Amerika“, sagte Struve. „Der Kapitän ist stets der ARD-Vorsitzende.“ Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Thomas Gruber, sei anwesend gewesen.

Die Verantwortung für die Fälle von Schleichwerbung wies Struve den jeweiligen Intendanten zu. Er räumte jedoch ein: „Tatsächlich fühle auch ich mich verantwortlich.“ Er hätte es nicht für möglich gehalten, dass man in der ARD Dialoge kaufen könne. Der Programm-Direktor versprach in dem Interview: „In den nächsten drei Jahren werden wir das sicherste Gebiet der Welt in Sachen Schleichwerbung sein.“ Einen Sumpf bei Schleichwerbung sehe er nicht mehr.