Das GANZE Werk - Presseschau
Das GANZE Werk, 14. September 2006
Zitat (aus dem Interview mit NDR-Intendant Prof. Jobst Plog am 5. Juli 2006 im „Hamburger Abendblatt“):
Man könnte nur als eine mögliche Entwicklungsideee gemeinschaftlich ein traditionelles Klassikprogramm machen und die regional ausgeprägten Klassikwellen noch stärker auf jüngere Zuhörer ausrichten.
Hinter allen möglichen Änderungen der Kulturwellen steht ein Konzept des NDR-Intendanten
Alarm: Senderplanungen bei Kulturwellen
14. September 2006: Klausurtagung der RBB-Wellenchefs bei Intendantin Dagmar Reim - Es geht um das Schicksal von RBB-Hörfunkprogrammen - Für das Kulturradio vom RBB ist ein weiterer Kulturverfall zu befürchten
Zur Gerüchteküche beim RBB
Zu dem von uns am 14.August 2006 gemeldeten Gerücht, das Kulturradio von RBB sei gefährdet, werde abgeschaltet, hatte Wellenchef Dr. Matejka uns am 5. September 2006 in dem Gespräch mit dem GANZEN Werk offiziell mitgeteilt: „Unsinn.“ „Das ist aus der Luft gegriffen.“
Doch von verschiedenen Seiten wurde dieses Gerücht in der Variante der erheblichen Veränderung immer wieder bestätigt.
So teilte uns ein Teilnehmer der „Wanderlust“ vom RBB am 20. August 2006 in Cottbus mit, dass er von einer beim Hessischen Rundfunk im Kulturbereich beschäftigten Person auch davon gehört habe.
Die Redaktion des GANZEN Werks hat noch vier weitere Informationen erhalten. Sie gehen einerseits dahin, dass das Kulturradio vom RBB in der bestehenden Machart des Musik- und Wort-Verschnitts und/oder im musikalischen Niveau weiter ausgebaut, also deutlich popularisiert werde. Andererseits wird auch eine Verbindung mit dem NDR ins Spiel gebracht, die dem Zitat des NDR-Intendanten entspricht (siehe unten).
Vielleicht weiss man heute Abend über die Planungen schon Genaueres. Dreh- und Agelpunkt beim Kulturradio vom RBB ist wenigstens, dass Intendantin Dagmar Reim für März 2007 das Ziel von 1,9 % Hörer gestern (Montag bis Freitag) verkündet hat und dass dieses Ziel nach der Meinung aller Kenner nicht mehr erreicht werden kann, dass also Handlungsbedarf besteht.
Das Konzept von NDR-Intendant Prof. Jobst Plog im „Hamburger Abendblatt“, 5. Juli 2006
| Plog Interview vom 5. Juli 2006 in Originalansicht (Pdf - 789 kb) |
Die Leitlinie, die sich hinter allen Informationen durchsetzt, ist ein Konzept, das NDR-Intendant Prof. Jobst Plog am 5. Juli 2006 in einem Interview im „Hamburger Abendblatt“ kundgetan hat, die nach internen NDR-Informationen eine „Lieblingsidee“ von ihm sei und zu der die NDR-Pressestelle uns auf Nachfrage im Juli mitgeteilt hat, es gebe offiziell keine weitere Konkretisierung, die Information gelte „so, wie sie dasteht“.
Die Leitlinie des NDR-Intendanten hat folgenden Wortlaut:
Man könnte nur als eine mögliche Entwicklungsideee gemeinschaftlich ein traditionelles Klassikprogramm machen und die regional ausgeprägten Klassikwellen noch stärker auf jüngere Zuhörer ausrichten.
In einem Brief vom 18. August 2006, den der Sprecherrat des GANZEN Werks und die Mitglieder des Podiums der Diskussion am 8. Juni 2006 an den NDR-Intendanten wegen des Nichterscheinens des NDR geschrieben haben und auf dessen Beantwortung wohl noch etwas gewartet werden muss, weil der Brief zusammen mit 90 Unterschriften von Veranstaltungsteilnehmern in der Intendanz verlegt wurde, wird die Leitlinie des NDR-Intendanten angesprochen und folgendermaßen kritisiert:
Die Republik flächendeckend mit Programmen wie NDR Kultur (tagsüber) auszustatten und daneben einen einzigen ARD-Kultur-Stern à la Arte zuzulassen, das würde noch mehr als schon jetzt zu einer Verarmung der Kulturlandschaft führen: es würde bestehende qualifizierte Programme verflachend angleichen, Orchester und Chöre der ARD-Anstalten in Frage stellen und die Existenz von Rundfunkredakteuren gefährden, ganz abgesehen davon, dass es den Föderalismus in kulturellen Belangen erheblich beschädigen würde.
All diese Pläne dürfen nicht verwirklicht werden. Wenn mehrere Sender - vielleicht offiziell auch aus Spargründen - weiter wie mit einer Axt auf den Baum der Kultur einschlagen, riskiert die gesamte ARD zugleich immer mehr, wegen nicht ausreichender Erfüllung des Kulturauftrags von der EU-Kommission die rote Karte für das öffentlich-rechtliche Gebührensystem zu erhalten.
Nach unserer Meinung kann ein Kultursender für viele Musik- und Kulturliebhaber (wieder) attraktiver werden, wenn die formatisierte „rasche Schnittfolge“ (Dr. Matejka) tagsüber aus Klassik- und Wortschnipseln währnd eines längeren Zeitraums durch geschlossene Musik- und Wortsendungen ersetzt wird und wenn in den Musiksendungen ganze Kompositionen gespielt und mit einer interessanten Moderation vermittelt werden.
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Hamburger Abendblatt, 5. Juli 2006

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